Münster Connections

There are 5 main lines (Wanne-Eickel-Hamburg counts twice because it leads Southwest and Northeast) and 4 regional lines (one of them cargo only: to Warstein, by Westfälische Landes-Eisenbahn).

Münster connections
Münster connections. Map (c) 2013 Google; red track marks (c) me

They are, around the clock and starting on the top:

And in chronological order, newest first:

  • Dortmund, since 1928 (single track)
  • Coesfeld, since 1907 (single track)
  • Warstein, since 1903 (single track)
  • Warendorf, since 1887 (single track)
  • Enschede, since 1875 (single track)
  • Hamburg, since 1871 (always 2 tracks?)
  • Duisburg, since 1870 (always 2 tracks?)
  • Rheine, since 1856 (2nd track 1883)
  • Hamm, since 1848 (2nd track 1892)

The official names are (plus Streckennummer/Kursbuchnummer, and more details):

  • Preußen-Münster 2000/411 (via Lünen, continues to Dortmund). Main line, 1 track, electrified, max 160km/h.
  • Münster-Rheda-Wiedenbrück aka Warendorfer Bahn 2013/406 (via Warendorf). Regional, 1 track, not electrified, max 100km/h.
  • Münster-Enschede 2014/407 (via Gronau). Regional, 1 track, not electrified, max 100km/h.
  • Wanne-Eickel-Hamburg aka “Rollbahn” 2200/385, 425 (via Osnabrück). Main line, 2 tracks, electrified, max 200km/h.
  • Empel-Rees–Münster aka Münster-Coesfeld aka Baumbergebahn 2265/408, 286  (via Coesfeld). Regional, 1 track, not electrified, max 100 km/h.
  • Münster-Rheine 2931/410 (continues to Emden). Main line, 2 tracks, electrified.
  • Münster-Hamm 2931/410. Main line, 2 tracks, electrified, max 120km/h.
  • Münster–Warstein aka Münster-Lippstadt 2943/9213, 2940 (ex 222e, ex 232p) (via Neubeckum). Regional, cargo only, 1 track, not electrified.

 

Eisenbahninfrastruktur in Münster – Neuigkeiten von 2005

Dies ist ein Artikel aus der Serie “Die Güterumgehungsbahn Münster” von Christian Treber.

Google sei Dank bin ich auf die Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft der Stadt Münster vom 16.06.2005 gestoßen.

Das klingt bisher mäßig spannend; aber Punkt 7.8 der Tagesordnung “Das Schienengüterverkehrsnetz in Münster – Sachstandsbericht zur aktuellen Entwicklung” klingt interessant, und dort besonders die Berichtsvorlage von Frau Dr. Kreft-Kettermann (2014: Abteilungsleiterin bei der Stadt Münster für Stadt- und Regionalentwicklung, Statistik) vom 18.05.2005.

Der Text und die Anlage (PDF) kann heruntergeladen werden. Da das Link dynamisch und auf die Web-Session bezogen ist, bitte den oben angegebenen Link auf Punkt 7.8 der Tagesordnung verwenden, und dann die Berichtsvorlage auswählen.

Der Bericht an sich ist pro-Bahn, im wirtschaftlich vernünftigen Rahmen. Hier eine Zusammenfassung mit meinen Kommentaren (markiert mit “CT: “), die das eher trübe Bild von 2014 reflektieren.

Besitzer von Eisenbahn-Infrastruktur in Münster sind:

  • DB AG, also die Deutsch Bahn
  • Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE)
  • Städtische Industriestammgleise
  • Gleisanschlüsse im Eigentum Dritter

Nachfolgend Informationen zur den einzelnen Anlagen

Güterumgehungsbahn (DB)

  • Benutzt von Ganzzügen im sog. hochwertigen Güterverkehr aus Süddeutschland und dem Rhein-Ruhr-Raum in Richtung Hamburg
  • Täglich 20 Fahrten, hinzu kommen noch sog. dispositive Fahrten
    CT:  Das könnte auch 2018 so stimmen.
  • Ab 2015 hätte die GUB wegen des Ausbaus anderer Strecken obsolet werden können; dies ist auf absehbare Zeit jedoch nicht mehr der Fall
    CT: Die GUB wird auch in 2018 noch genutzt und wurde Ende 2017/ Anfang 2018 renoviert.

Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE)

 

Anschluss Sauerstoff-Werk Westfalen AG an die WLE-Strecke nach Neubeckum
Anschluss Sauerstoff-Werk Westfalen AG – Tor zum Werksgelände
  • Im Streckenabschnitt Münster – Neubeckum seit 1995 im sog. im Auslaufbetrieb
    CT: Die Strecke ist marode und erfordert eine geländegängige Lok sowie einen seefesten Lokführer ;-). Manche der Holzschwellen kann man mit dem Finger durchbohren. Es wird allerdings über eine Reaktivierung für den Personenverkehr nachgedacht, die wohl nicht ganz billig werden dürfte. 2018: Mehr als nachgedacht; die Reaktivierung ist für 2023 geplant.
  • Eisenbahngüterverkehr bis zum Jahr 2008 zugesichert
  • Anschlüsse:
    • Sauerstoffwerk Westfalen AG
      CT: Die Westfalen AG in Gremmendorf wird noch bedient, aber das Werk schließt bald, womit auch der Anschluss obsolet wird (Stand 2018; siehe auch Bilder oben von 2013)
    • Pebüso
      CT: Die Produktion von Pebüso in Münster ist nicht mehr am Stadthafen II angesiedelt (siehe auch Stadthafen II weiter unten)
    • Teerbau
      CT: 2018 am Höltenweg, aber nicht (mehr) in WLE-Nähe
    • Rhenus
      CT: Am Stadthafen I
    • VTG Lenkering
      CT: Am Stadthafen I
    • Stadtwerke Münster
      CT: Die Stadtwerke Münster am gleichen Hafen werden wohl nicht mehr bedient (siehe auch Stadthafen I weiter unten)
    • periodische Militärverladungen
      CT: Seit die Briten weg sind dürfte auch an der Panzerrampe in der Loddenheide nicht viel los sein (Update: der Anschluss zur WLE-Strecke existiert nicht mehr seit ca. 2016; siehe auch vorher/nachher-Foto unten)
    • Halle Münsterland (Eisenbahn-Messe)
      CT: Gleise zur Halle Münsterland gibt es nicht mehr (in der Nähe der Hallen schon). Für die Messen wird jetzt der Ostbahnhof an der Lippstädter Straße genutzt.
  • Ihr Erhalt ist insbesondere im Stadtgebiet Münster bis auf weiteres sicherzustellen

Umschlagterminal Münsterland (Containerverladung)

Umschlagterminal Münsterland (Containerverladung) – Wärterhäuschen
Umschlagterminal Münsterland (Containerverladung) – Blick nach Norden
Umschlagterminal Münsterland (Containerverladung) – Blick nach Süden, zum Wärterhäuschen hin

CT: Wo? An der Siemensstraße, südöstlich vom Güterbahnhof Münster, anfangs parallel zur Industriestammgleis Robert-Bosch-Straße (siehe unten).

  • Die Infrastruktur wird derzeit über die Spedition Sander unterhalten und gesichert
    CT: Das Gebäude der Containerverladung sieht verwaist aus, der Schriftzug ist beschädigt. Anfang 2018 war eine Scheibe an der Tür eingeschlagen. Hier parken öfters Laster, Anhänger und Sonderfahrzeuge der DB. Auch bei Gleisarbeiten wird das Gelände genutzt, z.B. für das Beladen und Entladen von Bauzügen mit Schotter, Schwellen etc.

Industriestammgleis Höltenweg

Anschluss Höltenweg, südlich des Kesslerwegs. Das ganz linke Gleis kommt von der GUB.
Anschluss Höltenweg, nördlich des Kesslerwegs. Das rechte Gleis führt zur GUB.

CT: Wo? Westlich des Höltenwegs. Das ist der “Frugenta”-Anschluss an die Güterumgehungsbahn (Bf Kanal).

  • Im direkten Eigentum der Stadt Münster
  • Die DB Netz AG den Gleisanschlussvertrag zum 30.09.2000 gekündigt
  • Anschlussweiche zurückgebaut, Industriestammgleis Höltenweg deaktiviert
    CT: So ist es; keine Verbindung mehr zur GUB; die Gleise werden zum typischen EBBW (ex-Bahn Birkenwäldchen).

Industriestammgleis Robert-Bosch-Straße

Industriestammgleis Robert-Bosch-Straße, südlich des Bahnübergangs
Industriestammgleis Robert-Bosch-Straße, Nähe Firma Kiffe Waggonbau

CT: Wo? An der Robert-Bosch-Straße, südöstlich vom Güterbahnhof Münster, anfangs parallel zum Gleis für das Umschlagterminal Münsterland (siehe oben).

  • Im direkten Eigentum der Stadt Münster
  • Firma Kiffe Waggonbau an der Siemensstr. 4, die Waggons zur Reinigung, Wartung und Reparatur erhält, nutzt das Gleis
    CT: Etliche Gleise im Süden sind verschwunden; der Anschluss zur Firma Kiffe wird auch 2018 noch genutzt.

Stadthäfen I und II Gleisanlagen

Südufer des Stadthafens I, Blick nach Osten vom Ende des Hafenbeckens aus
Anschlussgleis der Stadtwerke Münster am Stadthafen I
Pebüso-Gelände nördlich des Stadthafens II, Blick vom Albersloher Weg

CT: Wo? Anschluss an den Güterbahnhof (Hauptbahnhof?) Münster.

  • Im Eigentum der Stadtwerke Münster GmbH bzw. unter städtischer Beteiligung
  • Im Stadthafen I findet derzeit Schienengüterverkehr (1990 1114 Waggons, 401 Waggons 1996, 244 Waggons 2001, 174 2003 zurück)
    CT: In 2014 dürften es 0 Waggons gewesen sein.
  • Nach Fertigstellung der GuD-Anlage (Ende 2005/ Anfang 2006) wird sich das Transportaufkommen voraussichtlich weiter verringern
    CT: Das ist wohl so passiert.
  • Die Gleise im Stadthafen II werden derzeit nicht genutzt. Perspektivisch ist eine Deaktivierung zu prüfen.
    CT: Gepflegt wird jedenfalls nichts mehr.

Gleisanlage im Gewerbegebiet Loddenheide/ Verladerampe

CT: Wo? Anschluss an die WLE-Strecke Münster-Neubeckum, direkt nach der Überquerung der B51.

  • 2003 in das Eigentum der Bundesfinanzverwaltung übergegangen
  • Panzerverladerampe wird derzeit von den britischen Streitkräften genutzt
    CT: Wegen Abzug der Briten nicht mehr. Der Anschluss an die WLE-Strecke wurde zwischen 2012 und 2016 abgebaut; die Weiche ist noch vorhanden. Auf dem Gelände der Rampe hinauf zur WLE-Strecke befindet sich heute eine Mercedes Benz-Niederlassung. Die Verladerampe und Gleis-Schleife in der Loddenheide existieren in 2018 noch.

Nebengleisanschluss Meßkamp/ Nienkamp

Ehemaliger Anschluss Meßkamp/ Nienkamp (2014; mittlerweile komplett samt Weiche abgebaut)

CT: Wo? Anschluss an die Strecke Münster-Rheine, am Nordende von Münster Zentrum Nord.

  • Im Eigentum der RWE AG
  • Ein Seitenstrang zwischen den Straßen Meßkamp und Nienkamp verläuft auf städtischem Grundstück. Dieses Gleis wird von der RWE, ehemals VEW, nicht mehr genutzt.
    CT: Nicht mehr angeschlossen und komplett zurückgebaut.
  • Die DB AG hat einen kompletten Rückbau der Gleise wegen der enormen Unterhaltungsaufwendungen nahegelegt. Die RWE hat zugesichert, den Rückbau der Gleise zu organisieren.
    CT: Das ist passiert.
  • Die Gleisfläche soll möglichst als Radweg ausgebaut werden, so dass eine durchgehende Radwegeverbindung von der Gasselstiege (YorkCenter) entlang des Germania-Geländes durch den nördlichen Wienburgpark bis zum Zentrum Nord entsteht.
    CT: Das ist passiert.

Pläne

Zu dem oben erwähnten Bericht gibt es einen Plan “Anlage 1 – Das Schiengüterverkehrsnetz in Münster – Bestand und Planung.pdf”. Ich werde versuchen eine Erlaubnis zur Veröffentlichung zu bekommen. Bis dahin beschreibe ich die Lokalitäten rein textlich.

Industriegebiet Nord-Hessenweg

CT: Wo? Abzweig aus Süden Richtung Osten an der Zentraldeponie vorbei über den Kanal, zwischen Coerde im Süden und Gelmer im Norden.  Schwer zu glauben, weil der Kanal mit einer neuen Brücke gequert werden müsste; die Strecke nach Osnabrück wäre auf der richtigen (Ost-) Seite des Kanals, aber dann wäre der Schiffahrter Damm zu queren.

  • Die Anbindung an die Bahnstrecke Münster – Rheine der DB Netz AG ist vorgesehen, das Planfeststellungsverfahren ist hier in Vorbereitung.
    CT: Nichts zu sehen davon. Und der Report stammt von 2005…

Industrie- und Gewerbepark Münster-Südwest in Amelsbüren

CT: Wo? Abzweig aus Norden Richtung Westen knapp nördlich der Kanalbrücke und der Wiedaustraße, an einem neuen Industriegebiet an der Strecke vorbei zum Hansa Business Park.

  • Ein Anschluss an die DB Bahnstrecke Münster – Dortmund ist vorgesehen
  • Die Realisierung dieser Maßnahme hängt neben dem Interesse von Firmen in hohem Maße von dem zweigleisigen Ausbau des Streckenabschnitts Münster – Lünen ab
    CT: Dieser Ausbau passiert partout nicht, seit bald 100 Jahren schon, wird aber von Münsteraner Politikern nachdrücklich gefordert, weil davon u.a. der Anschluss Münsters ans RRX-Netz (Rhein-Ruhr-Express) abhängt.

Kolumbus entdeckt den Lonely Planet USA

Dies ist ein Artikel aus der Serie “Die Güterumgehungsbahn Münster” von Christian Treber.

Seit gestern habe ich diejenige Ausgabe der Zeitschrift “Eisenbahn Geschichte” in Besitz, die den Artikel “Entlastung für die Rollbahn” von Heinz Kilian (co-Autor von “Münster und die Eisenbahn”) und Christian Hübschen enthält.

“Hurra!” auf der einen Seite, weil der Artikel in geballter Kürze so ziemlich alles beschreiben dürfte, was es über die Umgehungsbahn zu sagen gibt.

“Arghh” auf der anderen Seite, weil ich schon reichlich selbst geforscht und geblättert habe und eine Menge der Dinge, die “ich entdeckt habe” (für mich, natürlich) bereits vor Jahren ausführlich(er) beschrieben worden sind. Ich fühle mich ein bisschen wie Kolumbus, der auf der Rückfahrt von Amerika auf den “Lonely Planet USA” in der Schiffsbibliothek stößt :-).

Nun ja, und doch! Tröstlich ist das gute Gefühl, auch ohne fremde Hilfe und Zugriff auf Bahn-Archive selbst eine ganze Menge herausgefunden zu haben. Was habe ich über den Artikel und das Buch hinaus anzubieten?

  • Photos von vielen Besichtigungen vor Ort, die den Zustand von 2013/14 dokumentieren. Irgendwann ist das auch mal 20 Jahre her und dann sind diese Bilder, Videos und Karten eine schöne Referenz. Hoffentlich.
  • Berichte und Bilder von Details, die über den Inhalt des Artikels hinaus gehen und die sonst nirgendwo beschrieben sind.
  • KML-Dateien für Google Earth, die der Dokumentation dienen und mit denen jeder selbst vom Schreibtisch aus forschen, schauen und vergleichen kann.

Also gibt es doch noch einiges zu tun 🙂

Bis demnächst!

Bockspringen mit dem ICE-3

Ich bin ein neugieriger Typ. Mir ist, wie vielleicht so manch anderem auch, auf der Fahrt von Münster nach Dortmund aufgefallen, dass die Strecke kurz hinter Amelsbüren ein unverkennbares “Schlagloch” hat. Und zwar so deutlich, dass man denkt “lag da eine Schwelle AUF dem Gleis?!”. Ich übertreibe nur ein klein wenig 😉

Vermutlich war ich der Einzige im Zug, der sich das Schlagloch mal vor Ort anschauen wollte. Zum Glück funktioniert im ICE-3 am Wagenende der GPS-Empfang, so dass ich eine recht gute Vorstellung davon hatte, wo der Hubbel sein muss, nämlich nahe einer Brücke zwischen Amelsbüren und Ottmarsbocholt (diese Namen… :-)).

Lünen-Münster, Blick nach Norden (Amelsbüren, nördl. Brücke)
Lünen-Münster, Blick nach Norden (Amelsbüren, nördl. Brücke)
Lünen-Münster, Blick nach Norden (Amelsbüren, nördl. Brücke; Ausschnitt)
Lünen-Münster, Blick nach Norden (Amelsbüren, nördl. Brücke; Ausschnitt)

Beim Ortstermin sah ich zunächst nichts furchtbar Auffälliges wie etwa einen Stoß, oder eine deutliche Delle, oder ein fehlendes Stück Gleis. Auf den Photos, mit langem Zoom die Strecke entlang geschossen, dagegen schon: Ein deutlicher Buckel befindet sich in der Strecke dort, wo die Brücke ist, inklusive “Wetzmarken” auf den Gleisen. Schaut man sich die Höhe dieses Buckels an wird einem klar, warum man auch im Polstersitz noch etwas davon hat.

Lünen-Münster, Blick nach Süden (nördl. Brücke)
Lünen-Münster, Blick nach Süden (nördl. Brücke)
Lünen-Münster, Blick nach Süden (nördl. Brücke; Ausschnitt)
Lünen-Münster, Blick nach Süden (nördl. Brücke; Ausschnitt)

Wo kommen die Abnutzungsmarken an den Gleisen her? Ich spekuliere mal… Bei der Fahrt mit dem ICE wird die Stelle mit 140km/h passiert (sagt das GPS). Der Hubbel ist so groß, dass der Wagen 3-4 mal nachwippt und sogar, und das kann man mit einem Klacken hören, die ersten Male den Endanschlag berührt. Anscheinend haben Räder und Drehgestell hier einiges an Kräften zu übertragen, was sich auf die Schienen niederschlägt.

Heute morgen habe ich mein Smartphone die Beschleunigungen mal messen lassen, einfach flach auf dem Tablett vor mir liegend, die Längsachse in Fahrtrichtung (mit “Sensor Kinetics Pro”). Wissenschaftlich genau wird das nicht sein, aber unterhaltsam allemal. Oben in türkis die vertikale Komponente, die, welch’ Überraschung, im Normalfall bei rund 9.81m/sec² liegt. Unten, in grün und rot, die Komponenten längs und quer der Strecke.

ICE Bocksprung
ICE Bocksprung (Beschleunigung, 3 Achsen)

Wie man schön sieht, gibt es in der Mitte ein paar deutliche Spitzen mit 2-3m/sec² in der vertikalen Komponente, die den initialen Stoß und ein paar Nachschwinger zeigen.

Frage ans Publikum: Ist das normal, oder ein Fall für die baldige Justierung der Gleislage?

 

Eine kurze Geschichte der Güterumgehungsbahn Münster

Dies ist ein Artikel aus der Serie “Die Güterumgehungsbahn Münster” von Christian Treber.

Hinweis: Dieser Artikel wird sicherlich noch mehrmals überarbeitet. Anstatt lange im stillen Kämmerlein zu feilen: hier der erste Wurf zur öffentlichen Begutachtung! Konstruktive Kommentare stets willkommen.

Güterumgehungsbahn unter der Brücke der Strecke Münster-Hamm (Blick nach Osten)

Die Güterumgehungsbahn Münster wurde erbaut, um – Nomen est Omen – den Güterverkehr im Süden und Osten um Münster herum zu führen. Im Hauptbahnhof gab es keine Gleise zur Durchleitung von Frachtzügen und im “Sandwich” der Streckengleise nach Wuppertal und Hamm, zwischen denen der Güterbahnhof liegt, gab es keinen Platz für eine Erweiterung.

Von Beginn an existierte der Plan, zusammen mit der Güterumgehungsbahn auch einen Rangierbahnhof zu bauen. Dieser war zunächst im Bereich Geist geplant. Diese Absichten wurden verworfen; die neue Planung sah eine Ansiedlung außerhalb der Stadt zwischen Dortmund-Ems-Kanal und Heumannsweg (etwas südlich der Wolbecker Straße) vor. Etwa in der Mitte dieser Ortsangaben liegt Gremmendorf, daher auch der Name “Rbf Gremmendorf”, wobei mir nicht bekannt ist, ob es sich dabei um eine offizielle Bezeichnung handelt.

Zu diesem Rangierbahnhof hätte ein stadtnaher Güterbahnhof gehört. 1913 gab es Überlegungen zu einem Ortsgüterbahnhof auf dem Gelände der WLE, gleich östlich des Hauptbahnhofs. Politisch war dies keine Option (die WLE ist bis heute ein unabhängiges Unternehmen), weshalb dann Gelände an der Siemensstraße, neben der Strecke nach Hamm, dafür reserviert wurde.

Aber auch diese Pläne wurden nicht verwirklicht:

“Durch das ausgewiesene Gelände an der Siemensstraße führte in der Nachkriegszeit ein Verbindungsgleis zur Umgehungsbahn, das bei Betriebsstörungen im Nordkopf des Personenbahnhofs genutzt wurde. Dieser Bereich ist erst in den 1980er Jahren für eine andere Nutzung freigegeben worden.” [MudE], Seite 121 unten.

Diese Verbindung läßt sich noch erahnen; sie führte von der heutigen Containeranlage an der Robert-Bosch-Straße an den Sportanlagen des Eisenbahner Sportvereins Münster und der Münster Cardinals vorbei bis nahe an die Strecke nach Hamm, um dann zwischen Cosmo Bowling, Umspannwerk und Newels Gartencenter nach Osten auf die Umgehungsbahn einzuschwenken.

Klar, damals gab es die genannten Bauten noch nicht und die Verbindung verlief auf grüner Wiese, vielmehr zum größten Teil in einem Einschnitt. Viel übrig ist davon nicht; die Brücke zwischen den Sportanlagen (Unterführung unter der Siemensstraße) ist das auffälligste Überbleibsel. Ansonsten gibt es nur wenige Spuren von Beton und Armierung im Gestrüpp zwischen Newels und Umspannwerk, die selbst in der vegationsreduzierten Jahreszeit nicht leicht zu finden sind.

“Die Stadtplaner von Münster versuchten 1913 und [1925] wieder vergeblich, eine Straßenunterführung in der Linie der ehemaligen Südstraße zur besseren Anbindung der Loddenheide an die Stadt durchzusetzen bzw. einen zweiten Zugang zum Güterbahnhof zu bekommen […]” [MudE] Seite 120 unten.

Eine direkte, unkomplizierte Verbindung zwischen dem Hauptbahnhof Münster und der Güterumgehungsbahn gab es also nur kurze Zeit nach dem 2. Weltkrieg.

Im Oktober 1919 wurde durch den Regierungspräsidenten die Planung zur Anhörung ausgelegt. Am 01.09.1920 wurde zur organisatorischen Vorbereitung des neuen Rangierbahnhofs der Bahnhof Münster in zwei Dienststellen, “Münster Personenbahnhof” und “Münster Güterbahnhof”, geteilt.  Dem Dienststellenleiter des Güterbahnhofs oblag auch die betriebliche Planung des neuen Rangierbahnhofs.

Im Frühjahr 1921 begannen die Bauarbeiten an Fahrdamm und Brücken. 1924 wurde die Planung auf die “kleine Lösung” umgestellt. Diese sah nur einen einseitigen Rangierbahnhof vor und ließ den Anschluß an die Strecke nach Rheine im Norden fallen.

1927 waren die Brücken über den Dortmund-Ems-Kanal (damals zwei, heute nur noch eine, nämlich die südliche) fertiggestellt, aber die Mittel erschöpft. Es fiel die Entscheidung zum Weiterbau in zwei Stufen:

  1. Umgehungsbahn mit Betriebsbahnhof (der heutige Bahnhof Kanal)
  2. Rangierbahnhof bei Gremmendorf

Weil zwischenzeitlich Rangieraufgaben von Wanne, Rheine, Osnabrück und Hamm übernommen wurden und auch der Güterverkehr weniger als im prognostizierten Maß wuchs, wurde der Rangierbahnhof nicht mehr gebaut. Vorbereitet wurde dennoch im großen Stil; dazu mehr im Artikel “Die Geographie der Güterumgehungsbahn“.

Im Dezember 1927 wurde der südlichen Teils des neuen Rangier(Güter?)bahnhofs in Münster in Betrieb genommen, mit neuer Streckenführung zwischen Hiltrup und Münster. Die ursprünglich parallel in rund 20m Abstand zum Kanal verlaufende Strecke (Damm teilweise erhalten) hatte eine weite Ausbauchung nach Westen bekommen, um Platz für eine Verbindungskurve (Abzweig Lechtenberg) zu schaffen.

Am 05.10.1930 wurde die Güterumgehungsbahn  als eingleisige Strecke, ausschließlich in Richtung Süd-Nord, eröffnet. Bald drei Jahrzeite später, in 1957, kam die signaltechnische Aus-/Aufrüstung für die Befahrung in Richtung Nord-Süd hinzu. Zu Beginn erfolgte die Steuerung durch drei örtlich besetzte Stellwerke; heute werden die Signale und Weichen durch Mecklenbeck, Hiltrup und Sudmühle ferngesteuert (auch das ist vermutlich zwischenzeitlich überholt). Noch einmal 11 Jahre später war am 25.05.1968 die Elektrifizierung komplett.

Seit dem Ende der Bauarbeiten 1930 ist nicht viel zur Güterumgehungsbahn hinzugekommen, aber immerhin:

  • Die Anschlussstelle Unterwerk gleich östlich der Hammer Straße.  Nach Luftaufnahmen gab es hier 1961 noch nichts während 1968 alles so da steht wie heute. Ende 2017/ Anfang 2018 wurde die Weiche entfernt.
  • Der Anschluss Höltenweg zwischen Kanal und, Nomen est Omen, dem Höltenweg. Luftbilder zeigen den Bau 1977 und den Endzustand in 1987. Die Weiche wurde zwischen 2010 und 2013 ausgebaut, der Anschluss schon am 30.09.2000 gekündigt.
  • Nicht direkt an der GUB, aber historisch per Gleis verbunden wäre da noch das “Umschlagterminal Münsterland” (Containeranlage). Diese wurde irgendwann zwischen 1961 und 1968 erbaut und wird seit Ende der 1990er nicht mehr genutzt.

Abgerissen, und das mit ca. 1980 recht spät, wurde die Brücke in der Vennheide, die die (nicht fertig gebaute) äußere Verbindungskurve zur Strecke nach Lünen überquert hat (nach Luftbildern).

Davor schon, aber gemessen am Bau 1930 auch recht spät, hat es zwischen 1968 und 1973 die Brücken des Nordgleises über die Verbindungskurve zum Ortsgütergleis in der Nähe des Lechtenberg-Wegs erwischt (nach Luftbildern).

Interessant ist, was ursprünglich einmal geplant war; was begonnen, aber nicht beendet wurde; und was fertiggestellt worden ist, nur, um wieder abgerissen zu werden.

Davon handeln die folgenden Artikel! Und dann gibt es nicht nur Wissen “aus der Dose”, sondern eigene Beobachtungen mit Fotos von heute sowie Nachforschungen vor allen Dingen auf der Basis von historischen Luftbildern.

Fragen ans Publikum!

  • Was waren die Phasen des Baus? Was wurde wann fertig?
  • Welche Baumaßnahmen wurden nach 1930 durchgeführt (Abriss, Aufbau, Umbau, Erneuerung)? Wann? Offensichtlich wurden irgendwann Betonschwellen eingebaut.
  • Wo lagen die örtlichen Stellwerke? An der Üst Pleister gibt es in der Nähe des Kreuzungsbauwerks Mauerreste, und zwar westlich der Strecke. War das ein Stellwerk?

Quellen:

  • Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Güterumgehungsbahn_Münster)
  • MUDE: “Münster und die Eisenbahn”, Gussek/ Kilian, (Stadtbibliothek Münster). Dort besonders Seite 128ff. Das ist die Bibel für Schienen in Münster! Leider nicht mehr einfach zu bekommen.
  • EFDR: “Entlastung für die Rollbahn” in “Eisenbahn Geschichte” 13, Kilian/ Hübschen. Die Ausgabe ist noch bestellbar!
  • DSM-02-20: “Das schöne Münster”, 2. Jahrgang, 20. Heft, 15.10.1930, Helios-Verlag, Münster (Stadtarchiv Münster)

Die Güterumgehungsbahn Münster

Dies ist ein Artikel aus der Serie “Die Güterumgehungsbahn Münster” von Christian Treber.

In Münster leben wir seit 2003. Ich fahre oft von Berufs wegen mit der Bahn und erkunde in der Freizeit per Rad und Laufschuh Münster und die schöne Umgebung.

Dabei fielen mir immer wieder diese Gleise auf, die im Süden und Osten von Münster auf einem hohen Damm die Stadt umrunden. Was für ein Aufwand! Was hat es damit auf sich? Warum bekommt man die Strecke als Passagier nie zusehen? Was sind das für unbenutzte Relikte an der Strecke?

Übersichtskarte Güterumgehungsbahn Münster © 2013 Google
Übersichtskarte Güterumgehungsbahn Münster. Copyright Google

Mittlerweile haben meine Recherchen zur Güterumgehungsbahn Münster so einiges  zu Tage gefördert. Meine “Entdeckungen” möchte ich in einer Reihe von Blog-Artikeln beschreiben; auf dass der Inhalt auch für andere interessant sein könnte.

Hinweis

Hinweis: Ich bin kein Eisenbahn-Experte oder -Nerd und befasse mit erst seit 2011 “richtig” mit der Materie. Wenn mal etwas nicht ganz stimmt, was gut passieren kann: Für konstruktive Hinweise und Kommentare bin ich immer dankbar!